Das Christentum

Aufgrund der hohen bekennenden Anzahl offizieller Christen, zählt das Christentum als die größte der fünf Weltreligionen. Genauer gesagt, gehören circa ein Drittel der Weltbevölkerung dem Papier nach zum christlichen Glauben.
Zurück soll diese Religion auf den Wanderprediger Jesus von Nazareth gehen, der vor 2000 Jahren die Lehre dieses Glaubens weiterverbreitet hat.

Jesus

Jesus war der Sohn eines jüdischen Handwerkers und war sehr überzeugend bei der Verkündung seiner Glaubenslehre. In dieser Botschaft ging es um Gott und dessen Liebe zu den Menschen, die bedingungslosen Charakter hat. Bis heute sind mehr als zwei Milliarden Menschen Anhänger dieser Religion. Er war in Palästina, was von den Römern besetzt gewesen ist, nicht der einzige Prediger. Aber er faszinierte die Menschen durch seine Person, aber auch mit seinen Botschaften. Neben der Liebe Gottes zu den Menschen, vermittelte er den Menschen auch, dass gegenseitige Nächstenliebe herrschen sollte.

All das was Jesus verbreitet hat, ist der Kern dieses Glaubens. Der Prediger stellte daher ein neues Menschenbild dar. Weiterhin versuchte er zu vermitteln, dass alle Menschen vor Gott gleich sind. Dies kam sehr gut in der damaligen Gesellschaft an, weil es Zeiten waren, die durch soziale Ungerechtigkeit und Unterdrückung gekennzeichnet waren. Zudem war es eine Gesellschaft, die von Männern dominiert war und in der die Frauen eine niedrige Rolle gespielt hatten. Daher fühlten sich Frauen besonders angesprochen bei den Botschaften von Jesus.

Jesus hatte zuerst nach dem jüdischen Glauben gelebt. Er kannte alle jüdischen Gesetze und war auch regelmäßig in der Synagoge. In der Anfangszeit waren auch seine Anhänger nur Menschen der jüdischen Glaubenszugehörigkeit. Es wird heute angenommen, dass er einige Rituale des Judentums übernahm, dies aber nicht so streng durchführte, wie im Judentum normal war. Es gab aber viele strenggläubige Juden, die dies nicht akzeptierten.

Alles in allem stammt der Kern des Christentums aus dem Judentum. Viele Inhalte der beiden Glaubensrichtungen sind demnach ähnlich bis gleich. Zum Beispiel glauben die Menschen beim Juden- und beim Christentum an den gleichen Gott. Hierbei gibt es aber den Unterschied, dass der Gott im Christentum als Vater, Sohn und heiliger Geist existiert. Dies wird auch als Dreifaltigkeit bezeichnet. Eine weitere Gemeinsamkeit der beiden Glaubensrichtungen ist, dass das Alte Testament im Christentum auch die heilige Schrift im Judentum ist. Aber auch hier gibt es einen Unterschied. Dieser liegt darin, dass die Christen in dieser Schrift mehr Deutungen haben als die Juden. Zudem haben die Juden und die Christen den Glauben daran, dass sie nach dem Tod Erlösung und ein besseres Leben finden können.

Die Bibel mit dem Alten und Neuen Testament

Bei den Christen ist die Bibel zentrales Organ. In der Bibel gibt es das Alte und das Neue Testament. Im Neuen Testament sind die vier Evangelien enthalten, aber auch die Apostelgeschichte zählt zum neuen Testament. Die vier Evangelien handeln vom Wirken und den Wundertaten des Prediger Jesus. Das Alte Testament enthält altjüdische Religionstexte und ebenso die zehn Gebote. Diese sind dafür da, dass die Gläubigen sich richtig orientieren können, wenn sie ein christliches Leben führen wollen. Die zehn Gebote beinhalten Themen wie die Liebe und die Nächstenliebe. Weiterhin sollen die Christen laut der zehn Gebote auf Gewalt und materielle Güter verzichten.

Die Dreifaltigkeit oder auch Trinität genannt ist eine Besonderheit in dieser Religion. Dies bedeutet, dass Gott in drei Erscheinungsformen existiert. Wie schon erwähnt, sind diese Erscheinungsformen der Vater, der Sohn und der heilige Geist.

Verfolgung der Christen

Die Römer hatten Angst vor dieser neuen Religion. Gründe waren hier, dass keine Opferfeste gefeiert wurden. Stattdessen haben die Christen in ihren Häusern Gottesdienste abgehalten. Das führe dazu, dass sie dem Hochverrat angeklagt wurden, da der römische Kaiser nicht als Gott betrachtet wurde. Die Angst um den Verlust ihrer Macht aufgrund der steigenden Anzahl der Christen, führte dazu, dass Jesus und viele Anhänger am Kreuz hingerichtet wurden. Somit mussten sich Anhänger dieses Glaubens nach dem Tod des Predigers verstecken, wenn sie nicht ebenfalls hingerichtet werden wollten. Um ihre Gottesdienste abzuhalten, versammelten sie sich in Privaträumen. Die ersten Bischöfe gab es im zweiten Jahrhundert. Aufgabe von diesen war es, dass sie sich um die jeweilige Gemeinde kümmern sollten. Der Höhepunkt der Christenverfolgung im ganzen römischen Reich war im Jahr 233.
Die Menschen der Antike fanden, dass die Ablehnung der Götter nicht richtig war, da sie der Meinung waren, dass das Wohl des Reiches von den Göttern abhängig war.

Erst im Jahr 313 wurde die Verfolgung der Christen beendet. Dies wurde durch einen Toleranzedikt von Kaiser Konstantin ermöglicht. Zur Staatsreligion wurde der Glauben im Jahr 380 erklärt. Mit dieser Erklärung begann ein Kampf um die Macht. Der Staat und die Kirche waren eng miteinander verbunden. Sechs Kreuzzüge für das Christentum führten zu vielen Toten. Auch die Inquisition war ein Grund für viele Folterungen, Hinrichtungen und Morde im Namen der Christen.

Spaltung der Kirche

Konstantinopel war die zweite Hauptstadt im Römischen Reich. Der Grund für den Zerfall in zwei Teile des Reichs war Konstantin. Das führte dazu, dass es auch zwei kirchliche Oberhäupter gab, den Papst in Rom und den Patriarchen als Kirchenoberhaupt in Konstantinopel. Es gab viel Uneinigkeit zwischen den beiden Oberhäuptern. Zum Beispiel ging es bei den Streitigkeiten darum, welche Rolle der heilige Geist gespielt hat. Ein Endgültiger Bruch entstand im Jahr 1054. Durch diesen Bruch wurde zwischen der katholischen und der orthodoxen Kirche unterschieden. Eine weitere Trennung gab es dann zu der Zeit der Reformation (1517). Hier gab es dann zusätzlich noch die protestantische Kirche, welche mehrere Strömungen beinhaltete und durch die Freikirchen entstehen konnten.

Weltweite Verbreitung

Eine große Missionswelle, die im 16. Jahrhundert begann, führte zu einer Verbreitung des Christentums nach Amerika, China und Afrika. Daraus sind bis heute unzählige Kirchen und Glaubensgemeinschaften weltweit hervorgegangen. Die römisch-katholische ist die größte dieser Kirchen. Das Oberhaupt hier ist der Papst. Die verschiedenen christlichen Kirchen haben einige Unterschiede aber auch Gemeinsamkeiten. Bei den Gemeinsamkeiten geht es vor allem um die Hauptfeste (z.B. Weihnachten und Ostern). Daneben gibt es auch Pfingsten, welches als christlicher Feiertag begangen wird. Hier geht es darum, dass der heilige Geist an diesem Tag vom Himmel zu den Menschen gekommen war.

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